So tolle Positions-Rankings der (manchmal leider nur so genannten) Experten sind in der momentan doch ziemlich langweiligen Phase der Offseason ja ziemlich beliebt (siehe hier: BASKET, FoxSports oder CBS Sportsline). Da ich einige dieser Rankings doch arg abenteuerlich finde, hab ich mir gedacht, ich erstell mal mein eigenes.
Einer der größten Kritikpunkte meinerseits an den meisten Rankings ist, dass die Positionseinteilungen viel zu starr sind. In einer NBA, in der immer mehr Spieler auf den verschiedensten Positionen eingesetzt werden und echte Spezialisten immer seltener anzutreffen sind, finde ich das einfach nicht mehr zeitgemäß. Meine Einteilung ist deshalb die folgende:
1. Point Guards
2. Swingmen
3. Moderne Power Forwards
4. Low-Post-Spieler
Hintergrund: Point Guards werden nie aussterben und ihre primäre Rolle ist ziemlich klar definiert (Ballvortrag und Spielaufbau), weshalb eine Abgrenzung recht einfach ist. Den echten Shooting Guard oder den klassischen Small Forward gibt es heute eigentlich nicht mehr. Beide Positionen gehen fließend ineinander über, sie unterscheiden sich aber von den Point Guards bzw. den Post-Spielern, so dass sie zu einer Position (Swingman) zusammengefasst werden können. Moderne Power Forwards unterscheiden sich zum klassischen Low-Post-Spieler bzw. Center vor allem dadurch, dass sie nicht nur am Brett agieren, über einen guten Wurf verfügen und dass sie viel bessere Allrounder sind. Eine Unterscheidung beider Positionen ist deshalb sinnvoll, auch wenn es nur noch wenige echte Center gibt.
Soviel zu den Formalitäten, nun gehts an die Rankings. In diesem Post soll es dabei erst einmal um die besten Point Guards der Liga gehen.
Die besten Point Guards der NBA:
1. Chris Paul
Die letzte Saison (samt Playoffs) war der endgültige Durchbruch vom New Orleans Hornet. Auch wenn ich ihn als Spieler gar nicht mag - Paul lieferte wahnsinnige Statistiken ab. 21 PPG, 11.6 APG, dazu fast 49 % aus dem Feld geworfen und wesentlich mehr Steals als Ballverluste erzielt. Seitdem ich Basketball schaue (1994) hat kein Point Guard eine statistisch bessere Saison hingelegt. Beeindruckend ist auch seine Verbesserung in Sachen Defense und Distanzwurf. Wenn man dann noch den Teamerfolg hinzunimmt ist Chris Paul momentan eindeutig die #1.
2. Deron Williams
Im direkten Duell ist Deron Williams wohl sogar gegenüber Chris Paul zu bevorzugen, dennoch reicht es nicht für den ersten Platz auf meiner Point-Guard-Liste. Gäbe es Chris Paul jedoch nicht, wäre Deron Williams ohne Zweifel der beste Point Guard der Liga - so gut ist der Utah Jazz mittlerweile. Williams hat keine Schwächen im Spiel. Er kann auf vielfältige Weise punkten und ist diesbezüglich der wohl effizienteste Point Guard der Liga. Über 50 % Trefferquote aus dem Feld und fast 40 % Trefferquote bei den Dreiern sprechen Bände. Das Beeindruckende dabei ist jedoch, dass die wahre Stärke des 24-Jährigen der Spielaufbau ist. Dort muss er sich im Halbfeld hinter niemanden verstecken.
3. Steve Nash
Der zweimalige MVP der NBA wird langsam älter. Seine wichtigsten Stärken (der Wurf, das Ballhandling und die Übersicht) kann ihm aber auch Gevatter Zeit nicht nehmen. Nash ist der wohl beste Schütze der NBA und seine Fähigkeit, das Dribbling in jeder Situation am Leben erhalten zu können, ist ligaweit einzigartig. Dasselbe trifft auf seine Übersicht und sein Passspiel zu. Nun werdet ihr euch vielleicht fragen, warum er dann nicht auf Platz 1 liegt? Nun, der Kanadier war nie besonders schnell, stark oder athletisch. Seine Defense war aus diesem Grund bestenfalls durchschnittlich. Und genau das trennt ihn von Chris Paul oder Deron Williams. Beide sind defensiv um Welten besser.
4. Chauncey Billups
Der mittlerweile 32-Jährige verfügt weder über die Scoring-Qualitäten von Chris Paul, noch über Deron Williams’ Aufbauqualitäten und erst recht nicht über Steve Nashs Passfähigkeiten. Dennoch ist Chauncey Billups einer der absolut besten Point Guards der Liga. Das liegt vor allem an seinem guten Distanzwurf und seinen extrem starken defensiven Fähigkeiten. Im Spielaufbau hat er besonders im Halbfeld seine Stärken. Dennoch ist der Abstand zu den ersten drei Plätzen bereits ziemlich groß.
5. Tony Parker
Der 26-jährige Franzose hat seine Stärken vor allem im Halbfeld. Sein Drive zum Korb gehört zu den besten der Liga, weshalb der ehemalige MVP der Finals mittlerweile ziemlich schwer zu stoppen ist. Das drückt sich auch in seiner starken Wurfquote von 49 % aus. Kritiker werden jetzt sagen, dass er dafür aber gar nicht werfen kann, - und sie haben bedingt recht - dafür nutzt er seine Vorteile beim Drive aber ziemlich gnadenlos aus. Zudem haben sich seine Fähigkeiten bei der Defense und dem Spielaufbau über die Jahre verbessert. Dennoch ist es letztendlich der Erfolg mit den Spurs, der ihm einen Platz in meinen Top-5 sichert.

























[...] Teil 1 ging es um die besten Point Guards der NBA. Im folgenden Post soll es nun um die besten Swingmen der Liga gehen. Warum ich die Spieler nicht [...]
Pingback: Die besten Swingmen der NBA – 25. September 2008 @ 16:49
[...] den besten Point Guards und den besten Swingmen der NBA soll im dritten Teil nun das Kräfteverhältnis unter den modernen [...]
Pingback: Die besten Power Forwards der NBA – 27. September 2008 @ 14:33
hahaha!
auf der ganzen seite kein wort von jason kidd….
Kommentar: haha – 02. Oktober 2008 @ 21:04
Nun, Jason Kidd war einmal der beste Point Guard der NBA, aber der Zahn der Zeit hat auch an seinem Körper genagt. Dazu waren seine Teams in letzter Zeit nicht gerade die erfolgreichsten. Ich denke, ich würde ihn dennoch in etwa auf dem 6. Rang einordnen. Er ist immer noch ein hervorragender Point Guard, aber seine Passfähigkeiten erreichen Nash, Paul oder Williams auch. In der Defense würde ich mittlerweile Billups, Williams und Paul auch als besser ansehen. Und in Sachen Scoring kann Kidd ohnehin keinem Spieler meiner Top-5 das Wasser reichen. Ich denke, dass er nicht in der Top-5 zu finden ist, geht deshalb absolut in Ordnung.
Ach übrigens, ich würde es vorziehen, wenn du beim nächsten Comment einen echten Nickname angeben würdest.
Kommentar: admin – 02. Oktober 2008 @ 22:55