Nach den besten Point Guards und den besten Swingmen der NBA soll im dritten Teil nun das Kräfteverhältnis unter den modernen Power Forwards ausgelotet werden. Diese unterscheiden sich von den Low-Post-Spielern vor allem dadurch, dass sie gerade in der Offensive über bessere Allround-Fähigkeiten verfügen und nicht nur unter dem Korb agieren. Soviel zur Klassifizierung, nun zum Ranking.
Die besten modernen Power Forwards der NBA:
1. Kevin Garnett
Kevin Garnett ist der Prototyp des modernen Power Forwards. Der frisch gebackene Champion ist der Allrounder unter den Forwards schlechthin. Garnett kann werfen, rebounden, passen, verteidigen, sogar dribbeln - und das alles im Bereich der Ligaspitze auf seiner Position. Der 32-Jährige hat keine echte Schwäche in seinem Spiel. Das einzige, was mir einfällt, wäre die Tatsache, dass er einfach keinen echten Go-to-Move besitzt. Das unterscheidet ihn in Sachen offensive Dominanz von den diesbezüglich besten Spielern der Liga. Dafür ist er allerdings der beste Passer, Rebounder und Verteidiger seiner Position und somit eine absolut sichere #1.
2. Dirk Nowitzki
Auch wenn Dirk Nowitzki mit Kevin Garnett wenig gemeinsam hat, so ist auch der Deutsche ein absolutes Paradebeispiel für einen modernen Power Forward. Es gibt keinen weiteren 7-Footer auf dieser Welt, der über einen vergleichbaren Wurf verfügt. Offensiv ist Nowitzki damit natürlich kaum zu verteidigen, auch wenn er in den letzten 2-3 Jahren diesbezüglich ein wenig entzaubert wurde (= Stelle einen athletischen, kleineren Forward gegen ihn und zwinge ihn dazu zum Korb zu gehen.). Nowitzki bleibt einer der effizienstesten Schützen der Liga und ist auch im Low-Post durchaus effektiv einsetzbar. Besondere Fortschritte hat der 30-Jährige in den letzten Jahren beim Passspiel gemacht. Defensiv ist Nowitzki sicherlich weit davon entfernt, erstklassig zu sein, aber generell ist sein Ruf da schlechter als er es in der Realität ist. Jeweils 1 Block und 1 Steal als Karriere-Schnitt, dazu passable Post-Defense, so sieht insgesamt kein mieser Verteidiger aus. Ein echter Pluspunkt des Mavs-Stars ist, dass er extrem wenig Fehler macht, was sich auch in seinem sehr niedrigen Turnover-Schnitt von ca. 2 TOPG widerspiegelt. Kritikpunkte bleiben zumindest auf dem NBA-Level Leadership-Qualitäten und Clutchness. Vom Charakter her ist Dirk wohl einfach eher zum Co-Star geeignet.
3. Amare Stoudemire
Nach seiner langen Verletzungspause und der schwierigen Operation hatten ihn einige Zweifler (darunter auch ich) bereits als dominanten Offensivspieler abgeschrieben. Ein großer Fehler, wie sich im Nachhinein herausgestellt hat. Der mittlerweile fast 26 Jahre alte Rookie of the Year von 2003 kam nicht nur physisch auf dem früheren, beeindruckenden Niveau zurück, nein, er brachte sogar noch einen echten Mitteldistanzwurf mit. Während er vor der Verletzung eher als Verwerter von Steve Nashs Pässe für Furore sorgte, ist er in den letzten Jahren auch auf eigene Faust zur dominierenden Offensivkraft aller Big Men geworden. Amare ist mittlerweile nicht mehr zu stoppen. Größere und langsame Gegenspieler lässt er im Fastbreak stehen und schlägt sie im Halbfeld mit seinem Drive und seinem Mitteldistanzwurf. Kleinere Spieler überwindet er durch pure Power. Dagegen ist kein Kraut gewachsen. Defensiv und beim Allround-Game sieht die Sache wiederum ganz anders aus. Trotz überragender Athletik ist Amare Stoudemire nur als Shotblocker von der Weak-Side mehr als durchschnittlich. Aber auch dort ist er eher der Mann für den spektakulären Block. Top-Shot-Blocker blocken Würfe gezielt, um damit dann unter Umständen direkt einen Fastbreak einzuleiten. Amare Stoudemire blockt in erster Linie für die Highlights. Insgesamt ist gerade seine Post-Defense unterdurchschnittlich. Auch als Rebounder kann der 2,08-m-Mann nicht glänzen und sein Passspiel ist nicht existent. Aufgrund dieser Einseitigkeit ist mehr als Platz 3 definitiv nicht drin.
4. Elton Brand
Dass Elton Brand nicht als Low-Post-Spieler klassifiziert ist, mag einige verwundern, doch der ehemalige L.A. Clipper ist offensiv schon längst nicht mehr auf den Post begrenzt. Zu Beginn seiner Karriere erzielte Brand gut 50 % seiner Punkte im Low-Post. In den letzten Jahren hat er jedoch seinen Jumper aus der Mitteldistanz dermaßen aufpoliert, dass dieser mittlerweile seine Hauptwaffe in der Offensive ist (ca. 70 % seiner Würfe sind Sprungwürfe). Offensiv gehört Elton Brand mit seiner Ausgeglichenheit zu den etablierten 20-PPG-Scorern. Wunderdinge sind in diesem Bereich von ihm dennoch nicht zu erwarten. Doch es gibt ja noch die Defensive. Mit seinem massigen Körper und seinen langen Armen gehört er trotz relativ bescheidener Größe (2,03 m) seit Jahren zu den besten Post-Defendern der Liga. Mit einem Karriere-Schnitt von knapp über 2 BPG liegt er in dieser Kategorie vor allen anderen Spielern dieser Top-5 und zeigt, dass er auch in der Help-Defense mehr als nur seinen Mann steht. Neben der guten Defense ist der neue Star-Spieler der Philadelphia 76ers vor allem auch für seine Qualitäten als Wühler unter dem Korb bekannt. Hier gehört er vor allem in Sachen Offensiv-Rebounding seit Jahren zu den absolut besten Spielern der NBA.
5. Carlos Boozer
Mit Carlos Boozer reiht sich ein weiterer etablierter 20-10-Mann in meine Top-5. Boozer ist offensiv äußerst effizient und nur schwer zu stoppen. Gegen langsamere und größere Gegenspieler sucht er gnadenlos den Weg zum Korb, wo er mit beiden Händen auch unkonventionell abschließen kann. Steht der Verteidiger zu weit weg, um seinen Drive besser verteidigen zu können, netzt der 2,06 m große Forward eiskalt Mitteldistanzwurf um Mitteldistanzwurf ein. Das ist natürlich eine sehr schwer zu stoppende Kombination. In der Defensive hingegen gehört der fast 27-Jährige eher zu den durchschnittlichen Akteuren. Sein stärkster Bereich ist dabei wohl noch die Post-Defense, als Help-Defender ist er unter anderem dank mieser Shot-Blocker-Qualitäten eher weniger zu gebrauchen. Insgesamt ist das zu wenig, um weiter vorne platziert zu werden.

























Schade, dass Chuck es nicht geschafft hat…
Zu der Liste: Top3 passt auf jeden Fall, aber Chris Bosh fehlt mir irgendwie. Wenn ich die Wahl zwischen Bosh, Boozer und Brand hätte, würde ich wohl Bosh wählen.
Mal sehen, wie die besten Inside-Spieler gelistet sind. Die ersten drei Namen werden wohl keine Überraschung werden. Mal sehen, wie du sie listest. 4 & 5…hmm, keine Ahnung. Soviele Möglichkeiten gibt es da aber eigentlich auch nicht. Bald könnte es aber wieder tolle Center-Duelle geben, wenn Bynum und Oden auch den Sprung packen. Yao, Howard, Bynum, Oden…
Kommentar: Redemption – 28. September 2008 @ 19:50
Bosh würde bei mir direkt im Anschluss an diese Spieler kommen. Im Endeffekt denke ich aber nicht, dass man Bosh einem Spieler der Top-5 vorziehen sollte.
Boozer ist offensiv effizienter und besser, defensiv in etwa gleichwertig. An Brand kommt Bosh defensiv nicht ran, offensiv sind beide wiederum auf einem ähnlichen Level. Ein fitter Brand ist jedoch im Post und per Jumper stark, Bosh hingegen fehlt die Stärke im Low-Post etwas.
Nebenbei ist Chris Bosh auch der mit Abstand schlechteste Rebounder der 3.
Ich denke, wenn man ihn an 6. oder 7. Stelle listet, dann würde das in etwa passen.
Der Chuckwaggon wär dann übrigens 8. :p
Kommentar: admin – 28. September 2008 @ 21:24