Die besten Swingmen der NBA

In Teil 1 ging es um die besten Point Guards der NBA. Im folgenden Post soll es nun um die besten Swingmen der Liga gehen. Warum ich die Spieler nicht nach den klassischen Positionen einteile, habe ich bereits im ersten Beitrag erklärt: in der heutigen NBA sind Shooting Guard und Small Forward oftmals dieselbe Position. Nun aber zum Ranking.

Die besten Swingmen der NBA:

1. LeBron James

Wahrscheinlich ist das doch ein relativ unpopulärer Pick, halten viele doch Kobe Bryant für den besten Basketballer des Planeten und sehen ihn als legitimen Nachfolger von Michael Jordan. Die Realität ist jedoch, er ist weder besser als LeBron James, noch auch nur annähernd auf einem Level mit Michael Jordan. Doch genug von Kobe, das ist schließlich LeBrons Text. ;) Der Grund, warum LeBron auf Platz 1 landet, ist ganz einfach der, dass er der beste Allrounder und der am schwierigsten zu stoppende unter den Swingmen der Liga ist. 30-8-7 samt 48 % FGs ist ein statistisches Level, das außer ihm niemand erreichen kann. LeBron ist körperlich so stark, dass ihn kein NBA-Team dauerhaft vom Korb fernhalten vermag. Seine Fähigkeiten als Playmaker sind auf seiner Position neben denen von Tracy McGrady einmalig in der Liga. Kritikpunkte bleiben Wurf, Defense und Clutchness. Mittlerweile hat er sich jedoch in all diesen Punkten auf ein Niveau verbessert, dass sein Vorsprung in den anderen Bereichen für Platz 1 insgesamt ausreicht. Kein Swingman kann auf sich alleine gestellt mehr Erfolg aus seinem Team herauskitzeln.

2. Kobe Bryant

Kobe hat in den letzten Jahren ziemliche Fortschritte bei seinem größten Schwachpunkt (Vertrauen in die Mitspieler und mentale Reife) gemacht, weshalb er im Prinzip keinerlei echte Schwächen mehr besitzt. In Sachen Scoring ist der 30-Jährige an guten Tagen wenn er heiß läuft der beste Spieler der NBA und wirklich unstoppable. Seine Defense ist unter den Top-5 Swingmen führend (auch wenn sie - gerade in den letzten Jahren - nicht so gut wie ihr Ruf ist). Als proven Winner (wenn die Mitspieler erstklassig waren) ist er die #2 seiner Position. LeBron James ist mittlerweile jedoch einen kleinen Tick besser.

3. Tracy McGrady

Häufige Verletzungen und 11 Saisons in der NBA haben Spuren bei T-Mac hinterlassen. Er ist nicht mehr ganz der Athlet und Scorer, der er mal war. Dennoch ist er als Spieler kompletter und damit wertvoller als jemals zuvor. An guten Tagen (wenn er gesund und aggressiv ist) gehört er offensiv zur Scoring-Elite und ist genau so unstoppable wie die vor ihm platzierten Spieler. An einem durchschnittlichen Spieltag kann er ihnen in Sachen Effizienz allerdings nicht mehr das Wasser reichen. Was den Houston Rocket jedoch auf Platz 3 der Swingmen hievt, ist sein Allround-Game. Kein anderer Spieler (inklusive LeBron) seiner Position versteht es besser, für seine Mitspieler offene Würfe zu kreieren, und kein anderer Top-Swingmen ist ein so effizienter Ballhandler. Seine Höchstform erreicht der 29-Jährige jedoch - entgegen der Meinung einiger Pseudo-Experten - erst zu den Playoffs (27.5-7-7 als Houston Rocket).

4. Dwyane Wade

In Sachen Spielweise ähnelt der 26-Jährige ein wenig LeBron James. Genau wie der Cleveland Cavalier hat Wade seine größte Stärke beim Zug zum Korb, den niemand wirklich effektiv stoppen kann. Ebenso wie beim King ist der Wurf gerade aus der Distanz aber eher ein Schwachpunkt. Insgesamt ist der Franchise Player der Miami Heat offensiv auf einem ähnlichen Niveau wie die vor ihm Platzierten. Das einzige, was ihn dabei von ihnen unterscheidet, ist die Ausgeglichenheit in Sachen offensive Waffen. Wade hat seinen unwiderstehlichen Drive und seinen guten Midrange-Wurf, die Spieler, die in meinem Ranking vor ihm stehen, haben da allerdings noch etwas mehr. Auch das Allround-Game erreicht nicht ganz das Niveau von James oder McGrady, auch wenn es trotzdem zu den besten der Liga gehört. Insgesamt muss man auch sagen, dass Wade das absolute Spitzenniveau aufgrund zahlreicher Verletzungen noch nicht so lange halten konnte wie die Spieler vor ihm. Und genau das ist auch sein größtes Problem: er muss in Zukunft daran arbeiten, ein etwas anderer Spielertyp zu werden. Die Medien haben sich in Sachen Verletzungen ja ziemlich auf Tracy McGrady eingeschossen, die Realität ist aber, dass Dwyane Wade bereits in seiner jungen Karriere die meisten Spiele aller Top-Swingmen verpasst. Bei seiner kompromisslosen Spielweise ist das bereits ein eindeutiges Signal, das ihm sein Körper gibt.

5. Manu Ginobili

Ginobili ist bereits 31 Jahre alt und damit der älteste Spieler dieser Top-5. Das Haar wird deshalb zwar immer lichter, aber sein Spiel wurde bis zum heutigen Tag immer besser. Die Rolle als nomineller 6th Man bei den Spurs steht ihm gut zu Gesicht, denn sie ist eben, wie gesagt, nur nominell. Unstrittig ist nämlich, dass Manu mittlerweile der beste Scorer und Crunchtime Player der Spurs ist. Man darf sich da auch nicht von seinem niedrigen Career High von 19.5 PPG aus der letzten Saison beirren lassen, der Argentinier ist weit besser als es diese Zahlen ausdrücken. Offensiv gibt es annähernd niemanden, der so vielfältig wie er punkten kann. Egal ob per kaum zu stoppenden Drive mit unkonventionellen Abschluss, per Jumper aus der Mitteldistanz oder per Dreier, Ginobili kann jederzeit punkten und tut dies besonders dann gerne und erfolgreich, wenn ein Spiel zu entscheiden ist. Auch defensiv ist der Argentinier mittlerweile in der absoluten Ligaspitze angekommen. Hier muss er sich sicherlich nicht hinter Wade oder Kobe verstecken. Genau so wenig muss er das in Sachen Allround-Game. Im Grunde gibt es nicht viel am Mann der San Antonio Spurs zu kritisieren - außer halt, dass er seine Leistungen bisher lediglich als Co-Star erbringen konnte. Und das ist dann der entscheidende Punkt, warum es “nur” zu Platz 5 reicht: viele Experten (darunter z.B. auch Jeff Van Gundy) trauen Ginobili nicht zu, dass er ein Team als alleiniger Star in ähnlicher Art und Weise führen könnte. Ich ebenfalls nicht und deshalb Platz 5.

Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 25. September 2008 um 16:49 Uhr in der Kategorie NBA veröffentlicht und bereits 1,362 x gelesen. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

Bewerte diesen Artikel: 5 Stars2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 votes, average: 1 out of 5)
Loading ... Loading ...

Artikel, die Sie auch interessieren könnten:

3 Kommentare »

  1. Liest sich gut. Reihenfolge, wie bei den PGs, absolut nachvollziehbar.

    Bleibt zu hoffen, dass McGrady inkl. Team über die komplette Saison verletzungsfrei bleibt. Houston - Los Angeles in den Conference Finals könnte ein “epic battle” werden. Bynum/Gasol vs Ming, McGrady/Artest/Battier vs Bryant…

    Bin gespannt auf die nächsten Teile. Mal sehen, bei welcher der beiden kommenden Top5 dein Fav Chuck Hayes dabei ist. :P

    Kommentar: Redemption – 25. September 2008 @ 18:06

  2. Danke für das Lob, Red, sowas hört man immer gern. :)

    Eines kann ich denke ich trotzdem schon vorweg nehmen: der Chuckwaggon ist in keiner Top-5 vertreten. Dafür muss schon eine andere Art von Ranking her. Gute Idee eigentlich. ;)

    Kommentar: admin – 25. September 2008 @ 20:18

  3. [...] den besten Point Guards und den besten Swingmen der NBA soll im dritten Teil nun das Kräfteverhältnis unter den modernen Power Forwards ausgelotet [...]

    Pingback: Die besten Power Forwards der NBA – 27. September 2008 @ 14:54

Einen Kommentar hinterlassen

 
Impressum