Es war schon ein äußerst merkwürdiges Spiel, was die Houston Rockets gegen die Boston Celtics da absolvierten. Zu Spielbeginn erschienen die Rockets, die erneut ohne Tracy McGrady antreten mussten, völlig hilflos und wurden auf der Suche nach einer funktionierenden Line up von den Celtics total überrannt. Nach dem ersten Viertel stand es bereits 30:16 für die Kelten.
Es sah alles nach einer verdienten 20+ Punkte Klatsche aus. Doch es kam anders. Bonzi Wells, der mit angeschlagener Schulter ins Spiel gegangen war und nur von der Bank kam, nahm das Heft in die Hand. Einen Lay up, drei Freiwürfe, zwei Dunks und einen step back Jumper später hielten sich die Rockets erstaunlicherweise bei elf Punkten Rückstand. Dann war Halbzeit.
Nach der Pause starteten die Celtics erneut einen Run und konnten dank Kevin Garnett, Ray Allen und Rajon Rondo auf 16 Punkte wegziehen. Bei den Rockets war nun Mitte des dritten Viertels Yao Mings Zeit gekommen. Er übernahm das Spiel und sorgte für elf Punkte in fünf Minuten. Gleichzeitig brachte er Scott Pollard und Kendrick Perkins in Foul Trouble. Die Rockets waren wieder auf fünf Punkte ran. Nach dem dritten Viertel stand es dann 76:68 für das Heimteam aus Bean Town.
Zum Start des vierten Viertels begannen die Raketen furios. Der Acht-Punkte-Rückstand wurde in den ersten vier Minuten des Schlussabschnittes zu einem Drei-Punkte-Vorsprung umgewandelt. Dabei war vor allem die Defense überzeugend, gelang es doch die Hausherren bei nur zwei Punkten zu halten. Besonders gefallen hat mir in dieser Phase das Spiel von Aaron Brooks, Rafer Alston, Bonzi Wells und Luis Scola. Endlich war mal ordentlich Kampfgeist und Feuer zu spüren.
Fünf Minuten vor Schluss war das Spiel auf Messers Schneide. Zwischenzeitlich waren Perkins und Pollard ausgefoult und KG rückte auf die Center-Position. Ein klares Mismatch für Yao Ming sollte man meinen, doch Kevin Garnett ist eben doch einer der besten Verteidiger der Liga. Er konnte im Positionskampf Yao Ming außerhalb seiner Comfort Zone halten und setzte seine Athletik geschickt gegen die Nummer elf der Rockets ein. Dadurch konnte KG Yao aus dem Spiel nehmen und der Rockets Supporting Cast musste in der Offensive das Spiel für die Rockets entscheiden. Das gelang aufgrund vergebener Dreier und ein paar wirklich dummen Aktionen von Luther Head leider nicht. Auf der Gegenseite hatte Garnett ein schönes Mismatch gegen Yao, was KG eiskalt ausnutze. Er setzte sich durch eine Reihe von offenen Jumpern in Szene und entschied damit das Spiel im Alleingang.
Somit sind die Rockets ein weiteres Spiel im Minus (15 - 17). Doch man kann erneut auch etwas Positives aus einer Niederlage mitnehmen. Nach dem verkorksten Beginn haben die Raketen Moral bewiesen und sich beharlich wieder ins Spiel zurückgekämpft. Am Ende fehlte ein echter Finisher, der das Spiel zu Gunsten der Rockets hätte entscheiden können. Bei aller Liebe, aber Yao Ming kann diese Rolle nur schwer übernehmen. Zu anfällig ist er für Turnovers und schlechte Würfe aufgrund fehlender Position im Low Post. Hier hätte ein Tracy McGrady in guter Form sicherlich sehr geholfen und eventuell wäre mit ihm ein Sieg im Bereich des Möglichen gewesen.
Leider wird T-Mac auch gegen Magic Freitag fehlen, denn er ist immer noch verletzt.
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