Als die Houston Rockets am 14.08.2008 Bobby Jackson, Donte Greene und einen zukünftigen Erstrunden-Draft-Pick nach Sacramento schickten, um dafür Ron Artest (und Sean Singletary + Patrick Ewing Jr.) zu bekommen, sorgte das für einen Wandel der Wahrnehmung der Rockets in den Medien. Plötzlich waren die notorischen Erstrunden-Loser wer. Vom Playoffteam wurden sie zu einem ernstzunehmenden Championship Contender, jedenfalls wenn es nach den meisten Stimmen in den Medien geht. Klar, die einen oder anderen Skeptiker blieben, aber das ist wohl immer der Fall. Für die Rockets-Fans (siehe die einschlägig bekannten Foren) steht jedenfalls fest, dass Bad Boy Ron Artest der neue Heilsbringer der Franchise ist.
Doch was bedeutet der Trade eigentlich genau für das Team von Head Coach Rick Adelman?
Nun, die Rockets hatten - wie allseits bekannt - in den vergangenen Jahren gehörige Schwierigkeiten, ihren beiden Superstars Tracy McGrady und Yao Ming das passende Talent zur Seite zu stellen. Während es zu Beginn unter Jeff Van Gundy an allen Ecken und Enden fehlte und zwischenzeitlich sogar irgendwelche alten Knicks-Spieler aus den 90ern rekrutiert werden mussten weil der Salary Cap zugestopft war, machte das Management um Neu-GM Darryl Morey in den letzten beiden Jahren erhebliche Fortschritte in Sachen Rollenspielern. Am Ende fehlte trotzdem die dritte Kraft in der Offensive um in den Playoffs die erste Runde überstehen zu können. Oder genauer: ein Spieler, der regelmäßig mindestens 15 Punkte auflegen und sich diese Punkte dabei selbst erarbeiten kann, auch wenn es bei den beiden Stars mal nicht so gut läuft.
Genau das bringt Neuverpflichtung Ron Artest, auch wenn er eher durch seine Defense bekannt wurde und als erste Option einer Offense nicht unbedingt geeignet ist. Artest ist ein 16 PPG Scorer (auf die Karriere gesehen) und kann auf relativ vielseitige Weise - etwa per Post-up, Drive oder aber per Dreier - zum offensiven Output seines Teams beitragen. Die Kehrseite der Medaille ist allerdings, dass Artest bereits darin auffällig wurde, sich schwer anderen Star-Spielern und einer disziplinierten Offense unterordnen zu können. Des weiteren ist er aufgrund seiner rauen und kompromisslosen Spielweise relativ verletzungsanfällig. Die Aufgabe von Coach Adelman, Artest in seine Version der Princeton Offense zu integrieren und dabei die exzellente Teamchemie der letzten Jahre nicht zu zerstören, ist also nicht unbedingt als leicht zu bezeichnen. Gerade in Anbetracht dessen, dass Artest im letzten Vertragsjahr steht und sich durch gute individuelle Stats für einen dicken neuen Vertrag empfehlen möchte.
Das wahrscheinlichste Szenario ist deshalb, dass Artest in einer Rolle bei den Rockets eingesetzt werden wird wie Manu Ginobili bei den Spurs - als 6th Man. So bliebe die eingespielte und erfolgreiche Starting Five der Rockets bestehen. Die Rockets hätten also eine verlässliche Basis. Gleichzeitig bestünde die Möglichkeit, besser auf verschiedene Spielsituationen zu reagieren. Würden die Rockets etwa früh zurückliegen, weil die Intensität im Team nicht stimmt, die Offense nicht rund läuft oder aber ein Spieler des Gegners heiß läuft, könnte man all das korrigieren, indem man Ron Ron einwechselt. Zusätzlich hätte Artest als Bankspieler die Möglichkeit, seine individuellen Stärken als offensiver Anführer der 2nd Unit auszuspielen, ohne sich den Superstars T-Mac und Yao unterordnen zu müssen. Eine klare Win-Win-Situation für alle Beteiligten also. Mit Ron Artest als 6th Man und weiteren Bankspielern wie Brent Barry, Carl Landry (sofern Landrys Agent langsam mal realistisch wird und seinen Klienten ordentlich berät), Aaron Brooks, Dikembe Mutombo oder Rookie Joey Dorsey (beide werden relativ sicher verpflichtet sobald die Situation um Landry geklärt wurde) hätten die Rockets plötzlich eine extrem starke Bank vorzuweisen.
Noch keine Kommentare.
























